Der Schulgottesdienst 2003 der Max-Eyth-Schule – ein
besonderer Gottesdienst
...Einen Gottesdienst der
besonderen Art feierte die Schulgemeinde der Max Eyth Schule Kassel am 14.
Oktober 2003 in der größten Kasseler Kirche, der Martinskirche.
...Schon immer konnten die
Schüler aus den oberen Stockwerken ihrer Schulgebäude die Türme der Kasseler
Bischofskirche sehen, doch zum ersten Mal fand in diesem Jahr der traditionelle
Schulgottesdienst nicht wie all die Jahre zuvor in der neuen Brüderkirche
statt, sondern aus Platzgründen in der größeren Martinkirche.
...So versammelten sich
ca. 450 Schüler und Schülerinnen aus allen Schulformen des Schulzentrums an der
Weserstrasse unter den mächtigen Sandsteinkirchtürmen, welche die Kassler
Skyline prägen, sie versuchten auch einen Blick über die Kirchtürme und damit
über die Grenzen hinweg. Gemäß dem Motto der Schule Max-Eyth- Schule „MES :–
Miteinander Erfolgreich Sein“ stand das Miteinander im Mittelpunkt des
Gottesdienstes.
Die Fachkonferenz Religion, bestehend aus evangelischen und
katholischen Lehrern und dem Schulpfarrer hatten die Tatsache, dass die Schule
von Menschen aus über 32 Nationen besucht wird, zum Anlass genommen die
Vielfalt der menschlichen Herkünfte, Kulturen, Sprachen, Denkweisen und
Religionen zum Gottesdienstthema zu machen.
Unter dem Leitwort :
„Einheit in Vielfalt -...gut, dass du anders bist...“ waren im Unterricht zuvor
Gedanken, Texte und auch eine große bunte Weltkarte entstanden, die zeigte, aus
welchen Ländern dieser Welt die Schüler und Schülerinnen der MES kommen.
Schüler einer EIBE-Klasse, die selbst unterschiedlicher Sprache
und Herkunft sind, hatten sich unter Anleitung ihrer Lehrerin Frau A. Wiese und ihres Lehrers Herrn G.
Deindörfer viel Mühe gegeben diesen Blickfang für den Gottesdienst zu
gestalten. Es wurde sehr schnell deutlich, dass Globalisierung oder Begriffe
wie die Welt ist ein globales Dorf an der MES schon Realität geworden sind und
dort Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprache zusammen leben, lernen,
lehren und arbeiten.
Dies bedeutet nicht nur
Konfliktpotential, sondern ist auch Bereicherung. Diesen Gedanken der
Dankbarkeit für die Vielfalt, die zugleich Ergänzung an Gaben und Fähigkeiten,
Ideen und Traditionen bedeuten kann, mit welchen sich Menschen in dieser Welt
das Leben bunter und fröhlicher machen und sich gegenseitig dienen können, war
einer der Grundgedanken des Gottesdienstes. Gott hat das Leben, die Welt, die
Menschen und ihre Kulturen als sich ergänzende, sich gegenseitig bereichernde
Vielfalt gewollt, geschaffen und den
Menschen als Chance angeboten. Nicht immer erkennen wir das. Vorurteile, Ängste
und Unverständnis, wie auch Unkenntnis erschweren das Miteinander. Dies machten
zum Beispiel Schüleräußerungen zu den Herkunftsländern deutlich, die in
verschiedenen Schulklassen gesammelt und von
Raphael Brandes vorgetragen
wurden.
Zugleich machten aber der Schulleiter Herr Studiendirektor Arno
Koch, die Religionslehrer und –lehrerinnen und als Gast Frau Dr. Neebe vom
Pädagogisch-theologischen Institut der Ev. Kirche von Kurhessen Waldeck
deutlich, dass die friedliche, kooperative miteinander und voneinander lernende
Gemeinschaft von Menschen in der MES und in der Welt nicht nur ein Traum ist,
sondern im täglichen Leben sich dies Voneinander- und Miteinander auch schon in
den Nahrungsmitteln, Gegenständen , wissenschaftlichen und kulturellen
Errungenschaften aus allen Teilen der Welt im Alltag manifestiert.
Besonders eindrücklich war es dann für die Anwesenden als
Schüler aus der Türkei, Afghanistan, Äthiopien und Russland stellvertretend für alle Schüler und
Schülerinnen ausländischer Herkunft ihr Herkunftsland, ihre Situation und ihre
Tätigkeit an der Schule erläuterten. So kam es auch, dass am Schluss das alle
Christen einende Vaterunser von Francesco aus Italien, Roman aus Russland, der Lehrkraft Frau Blake-Schüler
aus England und Pfr. Wondrak gemeinsam in ihrer jeweiligen Muttersprache
gebetet wurde. Einen besonderen Sound verlieh die Gruppe „hopegarden“,
verstärkt durch den Popkantor der ev. Kirche, Peter Hamburger, dem
Schulgottesdienst. Die Schüler belohnten das immer wieder mit spontanem
Beifall.
...Aus der Tatsache, dass
Schüler/innen unterschiedlicher Schulformen, unterschiedlichen Alters und
unterschiedlicher Herkunft, ja sogar unterschiedlicher Religion, den Dank für
die Vielfalt des Lebens vor den Schöpfer des Lebens brachten und aus manchen
Kommentaren danach wurde deutlich, dass
Menschen angesprochen und angeregt wurden, das sog. Multikulti in der Schulgemeinde der MES auch
als Chance und Gabe Gottes zu sehen.
...Nach dem Gottesdienst
schloss sich noch ein vom Religionslehrer G. Deindörfer und Schülern gestaltete
Projektveranstaltung zum Thema an, bei der die Besucher auch riechen und
schmecken konnten, wie vielfältig die Gaben der Länder Genuss sein können und
Schüler über ihre Herkunftsländer informierten und zum Gespräch bereit standen.
Das Gespräch setzten am
gleichen Nachmittag auch Lehrer/innen der MES mit Frau Dr. Neebe zum Thema
Aussiedler und ihre Situation unter uns in einer Nachmittagsveranstaltung fort.
Für manche ergaben sich
Anregungen und Motivation diese Thematik nun auch in der Zukunft und im
weiteren Schulleben immer wieder aufzugreifen und zu vertiefen.