Wilhelm Urstadt

1927 - 2007

Der Verein Zeughaus trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Wilhelm Urstadt, der am 25. April 2007 im Alter von 80 Jahren gestorben ist.

Herr Urstadt hat den Verein nicht nur von 1991 bis 2006 geleitet, er war auch - zusammen mit dem ehemaligen Direktor der Max-Eyth-Schule, Herrn OStD Siebert - der Gründer dieser Initiative für Erhaltung und Ausbau der Zeughausruine.

                              W. Urstadt, W. Siebert

 

Der größte Teil der Mitglieder des Vereins Zeughaus wurde von Herrn Urstadt persönlich geworben. Und der größte Anteil von Spenden wurde durch sein unermüdliches Werben zusammengetragen.

 

Was stand hinter diesem Engagement?

 

Herr Urstadt gehörte einer Generation an, die in ihrer Jugend die Zerstörungen des Krieges mit vollem Bewusstsein erlebt hat. Als Sechzehnjähriger war er Zeuge der Zerstörung Kassels in der Bombennacht des 22. Oktober 1943. Als junger Soldat überlebte er den ersten Fronteinsatz fast als einziger seines Zuges. Diese Kriegserfahrungen waren prägend für sein ganzes Leben. Als Pädagoge wirkte er für eine Schule, die Schüler nicht als „Menschenmaterial“ betrachtete. In der Kriegsgräberfürsorge wirkte er gegen Vergessen und Verdrängen des Kriegsleids. Und als Bürger der Stadt Kassel empörte er sich gegen gedankenlosen Umgang mit den Überresten der Stadtgeschichte, z.B. der Reste des im Krieg ausgebrannten Zeughauses.

 

Mit dem Abschluss der Sicherung des Mauerwerks der Zeughausruine konnte Herr Urstadt den Haupterfolg seiner zähen und beharrlichen Bemühungen um die Erhaltung dieses Baudenkmals noch erleben. Krankheit zwang ihn, im Jahre 2006 den Vorsitz des Vereins abzugeben. Die Vollendung des Projekts, nämlich die Erschließung der Ruine durch neue Nutzung kann er nun nicht mehr erleben. Der Verein wird es sich zur Aufgabe machen, diese Pläne durch den Ausbau der Ruine bald zu verwirklichen und damit auch das Werk seines beispielhaften ehemaligen Vorsitzenden zu vollenden.