Eyths folgenreichste Leistung ist die Gründung der Deutschen Landwirtschafts – Gesellschaft zur Förderung des Fortschritts auf dem Lande. Zu diesem Zweck wurden Wanderausstellungen organisiert, in denen sowohl landwirtschaftliche Maschinen wie auch neue Entwicklungen der Viehzucht und des Ackerbaus ausgestellt wurden.

Über Max Eyth als Gründer und ersten Leiter der Deutschen Landwirtschafts – Gesellschaft (DLG) schreibt Conrad Matschoß:
„Die Verhältnisse im eigenen Lande wollen ihm mit seinem durch seine Auslandserfahrungen geschärften Weitblick gar nicht gefallen. Er findet zwar viele, ja allzu viele landwirtschaftliche Vereine und Vereinchen, aber alles ist in sich zerrissen durch weltanschauliche, politische und religiöse Fragen. […]Dann gefällt ihm, der aus dem selbstbewussten England kommt, dieses immerwährende Rufen nach staatlicher Hilfe nicht. Er fühlt, dass seine Landsleute zu wenig Selbstbewusstsein haben. Sie müssten ihr Arbeitsgebiet aus eigener Kraft ausbauen und ent- wickeln. Aber sie laufen alle, soweit sie Beziehungen haben, in die Ministerien oder suchen durch den Reichstag und das Abgeordnetenhaus die Regierung gebefreudig zu machen. Diesen Kampf aller gegen alle will Eyth nicht mitkämpfen. Ist es nicht möglich, einen Verein zu schaffen und in diesem alle deutschen Landwirte, die vorwärts streben, zusammenzufassen? […]Max Eyth beginnt den Kampf. Er stellt sich selber Bedingungen. Wenn es ihm in sechs Monaten nicht gelingt, 250 Mitglieder zu gewinnen und in zwei Jahren 2500, die grundsätzlich mit seinen Forderungen einverstanden sind, dann will er den Plan als gescheitert ansehen. Gelingt es aber, dann will er den neuen Verein mit allen Mitteln lebenskräftig gestalten. Hauptgrundsatz ist : die Gesellschaft soll unabhängig sein und bleiben von Staatsmitteln. […]Aber immer wieder wird ihm vorgehalten, das sei unmöglich. Wenn sich der Staat nicht mit 100 000 Mark beteilige, sei überhaupt nichts zu hoffen. Eyth bleibt unerbittlich, und seine von ihm selbst gestellten Bedingungen werden erfüllt. Nach zwei Jahren ist die Zahl von 2500 Mitgliedern schon überschritten, hervorragende deutsche Landwirte sind beigetreten, und das Wunder ist vollbracht – am gleichen Tisch sitzen Menschen verschiedenster politischer Auffassung.”

Conrad Matschoß : Große Ingenieure. Lebensbeschreibungen aus der Geschichte der Technik, München : J. F. Lehmann 1954, S. 255-265 (Max Eyth), S. 261f.

 

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