„Rechter Terror in Hessen“ – Ausstellungsbesuch im Kasseler Rathaus.
Am 6. Mai 2026 besuchten vier Schülerinnen und Schüler unseres D-Lit-Kurses „Platz für Demokratie“ gemeinsam mit zwei Lehrkräften die Wanderausstellung „Rechter Terror in Hessen“ im Kasseler Rathaus. Die Ausstellung war vom 27. März bis zum 29. Mai 2026 kostenlos im zweiten Stock des Hauptgebäudes zu sehen.
Auf 24 Rollups dokumentiert die Ausstellung ausgewählte Fälle schwerster rechter Gewalttaten aus allen Regionen Hessens – von der Gründung des Bundeslandes bis heute. Ausgangspunkt jedes Rollups ist eine Fotografie des Hannoveraner Fotografen Mark Mühlhaus, der die Tatorte so abgelichtet hat, wie sie heute aussehen. Was dabei deutlich wird: An den meisten Orten erinnert heute kaum etwas an die begangenen Verbrechen. Die Ausstellung basiert auf den Recherchen der Politikwissenschaftlerin Yvonne Weyrauch und des Politikwissenschaftlers Sascha Schmidt, die ihre Ergebnisse 2023 im Buch „Rechter Terror in Hessen“ veröffentlicht haben.
Besonders in Erinnerung geblieben sind uns zwei Abschnitte. Zum einen der Beitrag zum Halitplatz in Kassel – benannt nach Halit Yozgat, der am 6. April 2006 in seinem Internetcafé in der Holländischen Straße vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) erschossen wurde. Zum anderen das Rollup zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke, der 2019 von einem Rechtsextremisten erschossen wurde. Für unseren Kurs war dieser Abschnitt besonders bedeutsam, da wir den Sohn von Walter Lübcke bereits persönlich kennengelernt haben und damit einen ganz persönlichen Bezug zu diesem Thema mitbringen.
Nach rund eineinhalb Stunden verließen wir die Ausstellung mit dem Bewusstsein, dass rechter Terror kein fernes Phänomen ist – sondern eines, das auch unsere eigene Stadt betrifft und bis heute nachwirkt.
Autor: Thido von Garssen
