„Nie vergessen“

Lesung „Nie vergessen“: Erinnern – Erzählen – Verantwortung übernehmen.

Im Rahmen des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar hatte eine Mechatroniker-Klasse die besondere Gelegenheit, an einer eindrucksvollen Lesung der Autorin Frau Hein teilzunehmen. In ihrem Buch „Nie vergessen“ widmet sie sich den Lebensgeschichten von Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden und für die heute Stolpersteine im öffentlichen Raum an ihr Leben erinnern.

Während der Lesung stellte Frau Hein drei Biografien exemplarisch vor. Sie erzählte von den Hoffnungen, den Lebenswegen und den persönlichen Herausforderungen dieser Menschen – und auch von den dramatischen Wendungen, die ihr Leben durch Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt erfahren hat. Die Geschichten wurden nicht abstrakt oder distanziert vermittelt, sondern mit großer Empathie und Klarheit, sodass die Schülerinnen und Schüler sehr nachvollziehbar erleben konnten, wie individuell und menschlich jedes dieser Schicksale war.

Im Gespräch mit der Autorin zeigte sich schnell, wie sehr diese persönlichen Porträts berühren. Viele Schülerinnen und Schüler äußerten, wie eindringlich die Erzählungen nachwirken und wie wichtig es ist, den Menschen hinter den historischen Ereignissen eine Stimme zu geben. Die Klasse war sichtbar bewegt – nicht nur von den tragischen Erlebnissen, sondern auch von der Erkenntnis, wie relevant Erinnerungsarbeit auch heute bleibt.

Die Veranstaltung war ein bedeutender Beitrag gegen das Vergessen. Sie machte deutlich, dass Erinnerungskultur mehr ist als historisches Wissen: Sie ist ein aktiver Prozess des Nachfragens, des Hinsehens und des Verstehens. Durch Angebote wie diese Lesung leisten Schulen einen wichtigen Beitrag dazu, historische Verantwortung wachzuhalten und Empathie gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus zu stärken.

(Autor: Martin Köhler)